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Bäckereien

 

Bäckerei Hänsch

ehem. Bäckerei Hänsch 2022

 

Johann Friedrich Andreas Wesche (Hof-Nr. 146/Im Winkel 3), der ab 1810 bis mindestens 1826 das 2. Gemeindebackhaus (Hof-Nr. 20/Pappelweg 5) gepachtet hatte1), betrieb seit spätestens 1832 eine Bäckerei auf seinem eigenen Hof2), wahrscheinlich der erste Bäckerladen. Sein Schwiegersohn Carl Heinrich Ernst Friedrich Hänsch übernahm spätestens ab 1865 die Bäckerei3), die dann noch über 100 Jahre im Familienbesitz blieb.

 

 

Bereits in den 1920er Jahren gab es eine Ehrenurkunde.

 

 

Bäckerei Hänsch, Urkunde

 

 

 

 

 

 

Sicherlich noch einigen in guter Erinnerung: Bäckermeister Gustav Hänsch (1906-1982)

Bäckermeister Gustav Hänsch
Bäckerei Hänsch, Rührhölzer
Bäckerei Hänsch, Kämme

Diese Werkzeuge wurden alle in der Bäckerei Hänsch genutzt.

Bäckerei Hänsch, Ausstecher
Bäckerei Hänsch, Hohlkörperform
Bäckerei Hänsch in der Ausstellung

 

Quellen

1) Landesarchiv Sachsen-Anhalt, MD, H 9-7, Nr. 1375, Rechnung der Gemeinde Wasserleben für das Jahr 1824, S. 8

2) Haus- und Wohnungsliste der Gemeinde Wasserleben von 1832 mit Ergänzungen von 1950, unveröffentlicht

3) Kirchenbuch der ev. Kirchengemeinde St. Sylvestri Wasserleben, Band 12: Heiraten 1815-1869


 

Bäckerei Meinck

 

Die heutige Bäckerei Meinck lässt sich bis 1872 zurückverfolgen. Damals erschien als Bäcker in der Hofrolle unter der Hof-Nr. 3/Dorfstr. 7 ein Ernst Meyer4).

Vermutlich der Sohn dieses ersten Ernst Meyer, der ebenfalls Ernst Meyer hieß, fiel im 1. Weltkrieg und hinterließ seiner Witwe Auguste Meyer geb. Feuerstack das Geschäft.

 

 

 

 

Firmenschild Ww. Meyer

 

 

 

 

Auguste Meyer geb. Feuerstack
Fam. Pape

 

1935 gab sie es an den Bäckermeister Wilhelm Pape weiter, der mit ihrer Tochter Elfriede verheiratet war.

 

Seine Lehre hatte Wilhelm Pape in Berßel beim Konditormeister Hoppe absolviert und darüber ein ganz erfreuliches Zeugnis erhalten.

 

Bäckerei Meinck, Blecheregal
Bäckerei Meinck, Entsteiner
Bäckerei, Formen
Bäckereien, Kuchenformen
Bäckerei Meinck, 2022

 

 

 

 

Am 01.04.1964 übernahm schließlich Bäckermeister Hans Meinck den Betrieb, gefolgt von seinem Sohn Rainer und seinem Enkel Michel.

Bereits 1997 wurde der Betrieb in der Neuen Wernigeröder Zeitung gewürdigt.

zum Artikel

Wie eh und jeh erfreuen sich die Produkte der Brauerei Meinck auch heute großer Beliebtheit.

Bäckerei Meinck, appetitliche Bachwaren

 

Quelle

4) Heise, Wilhelm: Verzeichnis der Wasserleber Hausbewohner ab 1660 bis 1966 mit Nachträgen, unveröffentlicht, Wasserleben, o.J.


 

Bäckerei Hupe

 

ehem. Bäckerei Hupe

 

Im Odorf ist 1905 ein Bäcker mit Namen Winzer nachweisbar (Hof-Nr. 214/Odorfsweg 10)5). Zwar taucht er im Adressbuch von 1912 als Pächter des 1. Gemeindebackhauses auf6), aber die Bäckerei im Odorf blieb scheinbar bestehen.

Nach Informationen der heutigen Bewohner errichtete Richard Hupe für seine Bäckerei dort 1927 einen Anbau mit neuem (?) Backofen.

Der Betrieb schloss 1972.

Hin und wieder heißt es heute noch von Älteren, Hupe habe das beste Brot gebacken.

 

Quellen

5) Adreß-Buch von Osterwieck/Harz und den umliegenden Ortschaften, Ausgabe 1905/1906, Osterwieck/Harz, o.J.

6) Adreß-Buch von Osterwieck/Harz und den umliegenden Ortschaften, Ausgabe 1912, Osterwieck/Harz, o.J.


 

Gemeindebackhäuser

 

Die beiden Gemeindebackhäuser (Hof-Nr. 20 u. Hof-Nr. 71/Backgasse 1) wurden jeweils nur kurzfristig verpachtet7). Ihre Betreiber buken lediglich im Auftrag ihrer Kunden und boten wohl keine Waren an.

 

Erstes Gemeindebackhaus später Bäckerei Hedderich

Unbekannt ist, wann das 1. Gemeindebackhaus (Hof-Nr. 71) eine richtige Bäckerei mit Ladenverkauf wurde.

Zumindest seit 1939 führte hier Gustav Nehrkorn schon eine Bäckerei8), die am 01.07.1954 Hermann und Johanna Hedderich übernahmen.

Ihnen folgte 1971 ihr Sohn Klaus Hedderich mit seiner Frau Gudrun.

Erstes Gemeindebackhaus vor dem Umbau

 

 

Links das 1. Gemeindebackhaus vor dem Umbau Anfang der 1970er Jahre. An der linken Hausseite ist noch ein Firmenschild zu erahnen.

Nebenbei beachtenswert die Propagandatafel für den Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach mit".

 

Bäckerei Hedderich Umbau Hofseite, ganz links Klaus Hedderich, daneben Gerd Pfannkuchen, rechts zwei Bauhelfer
Bäckerei Hedderich nach Umbau 1974

1973/74 wurde das Gebäude zweckdienlich umgebaut, verlor damit aber auch jeden Charme. Die oben erwähnte Propagandatafel hatte, in erneuerter Form, die Bauarbeiten überstanden.

Bäckerei Hedderich, Klaus und Gudrun Hedderich, Heidi Weiss, Erika Großhennig und Martha Hellwig, 1974
Bäckerei Hedderich, Klaus und Gudrun Hedderich mit zwei Kundinnen, 1979
Bäckerei Hedderich, Martha Hellwig mit Heinz Nehrkorn und Bürgermeister René Bergen, 1979
Bäckermeister Klaus Hedderich, ca. 1990

Zur Wende ging mit dem Verkauf an Klaus und Gudrun Hedderich die Gemeindebäckerei endgültig in private Hände über.

Die Produktion wurde 1993 nach Heudeber verlagert und der Laden in Wasserleben Mitte der 1990er Jahre geschlossen.

 

 

Zweites Gemeindebackhaus

Zweites Gemeindebackhaus, 2022

Der Werdegang des 2. Gemeindebackhauses (Hof-Nr. 20) lässt sich nicht aufklären. 1949/1950 stand es leer9), wurde dann bis1959 an Wilhelm Schmidt, gen. Künnschmidt, verpachtet und danach wohl zu einem Wohnhaus umgebaut.

 

Überliefert ist hier jedoch von Wilhelm Jocke, Künnschmidts Vorgänger, die Arbeitsweise in einem Gemeindebackhaus.

Nur an bestimmten Tagen heizte der Bäcker den Backofen an. Dies wurde vorher, wohl von der Bäckersfrau, angekündigt, indem sie durchs Dorf ging und an Türen und Fenster klopfte, um Bescheid zu sagen. Nun konnte jeder zu hause rechtzeitig seinen Kuchen vorbereiten, aufs Kuchenblech mangeln und ihn zum Abbacken in das Backhaus bringen.

Manche Familien besaßen spezielle Tragegestelle, um mehrere Bleche gleichzeitig transportieren zu können. Das war besonders bei Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten praktisch, wenn viel Kuchen benötigt wurde.

Allerdings erforderte es Geschick und ein gewisses Gleichgewichtsgefühl, um Kuchenbleche mit solchen Tragegestellen heil und unbeschadet zum Backhaus und zurück zu bringen.

War kein Tragegestell vorhanden, wurde die eine Seite des Blechs in die Hüfte gestemmt und die andere Seite mit einer Hand gehalten; da bekam man schon mal „lange Arme“.

Denn insbesondere die Obstkuchen wogen schwer, sie waren nicht nur reichlich belegt sondern meist auch mit einer dicken Schicht Sulf bestrichen.

Der Bäcker buk daneben auch Pottkauken oder Süster aus Rühr- oder Hefeteig mit viel Rosinen.

 

Quellen

7) Landesarchiv Sachsen-Anhalt, MD, H 9-7, Nr. 1375, Rechnung der Gemeinde Wasserleben für das Jahr 1824 und folgende Jahre

8) Heise, Wilhelm: Verzeichnis der Wasserleber Hausbewohner ab 1660 bis 1966 mit Nachträgen, unveröffentlicht, Wasserleben, o.J.

9) Haus- und Wohnungsliste der Gemeinde Wasserleben von 1832 mit Ergänzungen von 1950, unveröffentlicht


Halberstädter Bäckerei im NP

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